Donnerstag, 11. Juni 2015

[Film] Kiss The Cook: So schmeckt das Leben! (2014) - ⭐️⭐️⭐️⭐️


© 2014 - Open Road Films. All rights reserved.
'„Kiss the Cook“ ist DIE Feelgood-Komödie des Jahres.' Das jedenfalls verspricht der Flyer dieses Films. Ob und inwiefern ich dem zustimmen würde, dazu später.

Ich muss zugeben, dass mich an diesem Film nicht wirklich viel gereizt hat, abgesehen von den vielen Leckereien, welche einem schon im Trailer aufgetischt wurde. Nun kam es aber dazu, dass ich genau für diesen Film Karten für die BVG Preview gewonnen habe und war natürlich auch gespannt, ob mich der Film doch noch packen könnte.
Der Inhalt
Jetzt aber zuerst etwas zum Inhalt des Films. Dieser dreht sich um einen Chefkoch, der seinen Beruf schon sehr lange ausübt und auch außergewöhnlich talentiert ist. Chefkoch Carl Casper wird gespielt von Jon Favreau, er spielt jedoch nicht nur die Hauptrolle in diesem Streifen, nein, er übernimmt ebenso auch Regie, Produktion und hat das Drehbuch geschrieben.
Das Problem, mit dem Koch Casper in diesem Film konfrontiert wird, ist, dass er und alle seine kreativen Einfälle und Vorschläge unter dem von dem Restaurantbesitzer Riva (Dustin Hoffman) fest vorgeschriebenen und etablierten Menü stehen und er sich diesem immer fügen muss. Ein äußerst wichtiger Kritiker besucht dann das Restaurant und dass dieser überhaupt kommt, ist bereits eine große Ehre. Der Gourmetkoch möchte natürlich sein eigenes spezielles Menü kochen, das lässt Riva jedoch nicht zu. Kurzerhand beschließt Casper, zu kündigen und noch mal ganz von vorne anzufangen. Zusammen mit seinem 11-jährigen Sohn Percy (Emjay Anthony) und seinem ehemaligen Sous-Chef Martin (John Leguizamo) poliert er einen alten Imbisswagen auf und zieht durch die Lande. Über Social Media erlangen sie und vor allem die selbstgekochten kulinarischen Spezialitäten schnell Berühmtheit.


© 2014 - Open Road Films. All rights reserved.

© 2015 - Sous Chef, LCC. / Koch Media Films GmbH. All rights reserved.

Meine Rezension
Zuerst einmal möchte ich anmerken, dass es sich hierbei nicht um eine pure Komödie handelt. Ebenso werden auch die Probleme des Lebens dargestellt und dass es immer einen Punkt gibt, an dem man entscheiden kann, welchen Weg man wählt und welche Schwerpunkte man sich im Leben setzt. Denn man wird immer jemanden vernachlässigen, es ist nur wichtig, dass man sich vorher den Schwerpunkt setzt und nicht im Nachhinein feststellt, dass man für die Personen, die einem wirklich wichtig sind, nicht da gewesen ist. Beispielsweise wird die schwierige Vater-Sohn-Beziehung thematisiert oder besser gesagt: es wird thematisiert, dass Casper zu seinem Sohn Percy kaum eine richtige Beziehung aufgebaut hat, da er oft nur mit der Arbeit beschäftigt war und keine Zeit für sein Kind hatte.
Dabei stellt Favreau wunderbar den liebenden Vater dar, der sich einfach nur in der Relevanz von Arbeit und Familie verschätzt. Man könnte glauben, dass ein Mann wie Jon Favreau als Regisseur und Drehbuchautor eher das „Hinter der Kamera“-Image hat, aber genau das Gegenteil ist der Fall. Durch seine unglaubliche Kreativität und seine vielseitigen Ideen, die er auch in seinen Filmen umsetzt, kauft man ihm die Rolle des künstlerischen Kochs sofort ab.
Was ich außerdem kritisieren möchte, ohne zu viel vorwegzunehmen, ist, dass die Geschichte ein übertriebenes und typisch amerikanisches Ende beinhaltet, was der Film meiner Meinung nach auch nicht gebraucht hätte.
Natürlich sollte man auch nicht das eigentliche Thema des Films aus den Augen verlieren: ESSEN. Im Trailer zitiert man bereits die ersten Stimmen aus dem Filmdschungel, die raten: „Ein Film, den man nicht hungrig ansehen sollte“. Dem kann ich nur zustimmen, alle Gerichte sind äußerst ansprechend und man würde glatt seine Nachos gegen ein Cubano aus dem Film austauschen. Es handelt sich hierbei durchaus auch um eine Kunst, es gibt schließlich nicht umsonst Berufe wie den Food Designer.
Was man dem Film aber anrechnen muss, ist dass er dennoch bis zum Schluss ganz getreu dem deutschen Titel „So schmeckt das Leben“ einfach Lust aufs Leben macht, auf den Sommer, auf Abenteuer, auf Kochen, auf Ausprobieren und Künstlerisch sein. Es ist ganz einfach ein echter Feelgood-Movie, nach dem man das Kino mit einem positiven Gefühl verlässt.„Kiss the Cook“ ist wie eine kalte Brause an einem Sommertag: frisch und fröhlich :), er trägt nicht durch übermäßige Dramatisierung auf, es handelt sich um eine leichte und doch realistische Geschichte für zwischendurch.
Meine Bewertung: 

4 von 5 Sternen
Interessantes:

> auf der Homepage des Films gibt es aktuell ein Gewinnspiel und Rezepte zum Nachkochen!
> Trailer
> Wikipedia
> im Stream